November: Der Garten geht in den Winterschlaf
Der November ist der Monat des Abschieds und der Fürsorge: Die letzten Blätter fallen, die Beete leeren sich, und der Raureif überzieht morgens die Grashalme. Doch der kluge Gärtner nutzt den November für die letzten wichtigen Arbeiten, bevor der Frost alles stilllegt – denn was jetzt getan wird, bestimmt, wie gut der Garten im Frühling durchstartet.
Winterschutz anbringen
Rosen winterfest machen: Erde oder Kompost 15 bis 20 cm hoch um die Basis anhäufeln (schützt die empfindliche Veredelungsstelle). Hochstammrosen: Krone in Vlies einwickeln, Stamm mit Jutebandage schützen. Kletterrosen: Triebe möglichst waagerecht am Spalier befestigen (horizontale Triebe erfrieren seltener als senkrechte). Beetrosen: Triebe um ein Drittel einkürzen (Windbruchgefahr bei Sturm – der richtige Rückschnitt folgt im März).
Empfindliche Stauden schützen: Winterharte Fuchsien, Bartblumen, Lavendel, Rosmarin – mit Laub, Reisig oder Vlies abdecken (vor allem den Wurzelbereich). Gräser: Zusammenbinden (Schopf oben zusammennehmen und mit Schnur fixieren – das Wasser läuft an der Außenseite ab, statt in das Herzstück der Pflanze zu laufen, wo es gefrieren und die Pflanze töten würde). NICHT abschneiden (erst im März!).
Winterharte Kübelpflanzen: Topf mit Luftpolsterfolie oder Kokosmatten umwickeln. Auf Styroporplatten oder Holzbretter stellen (Isolation von unten). An die Hauswand rücken (Abstrahlwärme des Gebäudes). Untersetzer entfernen (stehendes Wasser gefriert und sprengt Topf und Wurzeln). In trockenen Perioden: auch im Winter gießen (Kübelpflanzen vertrocknen im Winter häufiger als sie erfrieren!).
Letzte Pflanzungen
Blumenzwiebeln: Letzte Gelegenheit zum Pflanzen (bis der Boden gefriert). Tulpen mögen es sogar, erst im November gesetzt zu werden (die Kälte verhindert die Tulpenfeuerkrankheit, die bei warmer Herbstpflanzung auftreten kann). Knoblauch stecken: November ist der ideale Zeitpunkt – Zehen 5 cm tief, 15 cm Abstand, Spitze nach oben. Der Winterfrost veranlasst die Vernalisation (Kältereiz), ohne den Knoblauch keine große Knolle bildet. Ernte: Juli des Folgejahres.
Wurzelnackte Gehölze: Noch bis Mitte November (solange der Boden nicht gefroren ist): Obstbäume, Rosen, Heckenpflanzen. Pflanzloch großzügig ausheben, Kompost einmischen, Pflanzpfahl setzen, gründlich angießen (30 Liter pro Baum). Hecken: Buche, Hainbuche, Liguster, Rotbuche – jetzt als wurzelnackte Heckenpflanzen (ab 1 bis 2 Euro pro Pflanze!) setzen. 4 bis 6 Pflanzen pro laufenden Meter.
Kompost und Bodenpflege
Der Komposthaufen bekommt im November den letzten großen Eintrag: Laub, zerkleinerte Staudenreste, Gemüsereste. Kompost umsetzen (umschichten): Die Rotte beschleunigt sich durch bessere Belüftung. Reifer Kompost (schwarz, krümelig, erdig riechend): Auf Beeten verteilen – 3 bis 5 Liter/m². Die Bodenlebewesen arbeiten den Kompost über den Winter in den Boden ein.
Beet-Vorbereitung für das nächste Jahr: Schwere, lehmige Böden jetzt umgraben (grobe Schollen liegen lassen – der Frost sprengt sie auf und macht den Boden krümelig: Frostgare). Sandige, leichte Böden NICHT umgraben (zerstört die Bodenstruktur) – stattdessen mit Kompost oder Mulch abdecken. Gründüngung, die im August/September gesät wurde: Vor dem Frost einarbeiten (Senf, Phacelia) oder über Winter stehen lassen (Winterroggen, Inkarnatklee – friert nicht ab und deckt den Boden bis zum Frühjahr).
Teich und Wasserelemente
Gartenteich winterfest machen: Laubnetz aufspannen (oder bereits aufgespanntes Netz reinigen). Abgestorbene Pflanzenteile entfernen (faulent sonst im Winter und verbrauchen Sauerstoff – tödlich für Fische). Teichpumpen aus dem Wasser nehmen (ab 5 °C Wassertemperatur), reinigen und frostfrei lagern. Eisfreihalter einsetzen (Styropor-Eisfreihalter oder Teichheizer – der Gasaustausch muss auch unter Eis funktionieren).
Brunnen, Wasserspiele, Vogeltränken: Wasser ablassen, Pumpen einlagern. Steinerne Vogeltränken: Umdrehen (gefrierendes Wasser sprengt den Stein). Alternativ: Vogeltränke im Winter täglich mit frischem Wasser befüllen (Vögel brauchen auch im Winter Trinkwasser – besonders bei Frost, wenn natürliche Quellen zugefroren sind).
Tierwelt im November
Igel: Bis Mitte November suchen sie ihr Winterquartier. Laubhaufen, Reisighaufen, umgedrehte Holzkisten mit Eingang – alles geeignet. Igel NICHT füttern (außer untergewichtige Jungtiere unter 500 g – die zum Tierarzt bringen oder Igelstation kontaktieren). Vögel füttern: Ab November mit der Winterfütterung beginnen. Vogelhäuschen reinigen (kochendes Wasser, keine Chemie). Fettknödel, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse (ungesalzen!) – je nach Art verschiedene Futterplätze (Meisen: hängend, Rotkehlchen: Bodenfütterung, Spechte: Fettblock am Stamm).