Mai: Der Garten in voller Pracht
Der Mai ist der Königsmonat im Garten: Rhododendren, Azaleen, Flieder, Pfingstrosen und Clematis verwandeln jedes Grundstück in ein Blütenparadies. Die Temperaturen klettern auf 15 bis 25 °C, die Tage werden lang (15 bis 16 Stunden Tageslicht), und nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai – Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, Kalte Sophie) ist endlich auch die frost-empfindliche Pflanzung draußen sicher.
Der Mai hat zwei Hälften: Vor den Eisheiligen ist Vorsicht geboten (Vlies bereithalten!), danach darf alles raus. Diese natürliche Zäsur strukturiert die gesamte Gartenarbeit im Mai.
Nach den Eisheiligen: Sommergemüse pflanzen
Ab dem 16. Mai (sicherheitshalber) kommen die kälteempfindlichen Gemüse ins Freie: Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Zucchini, Kürbis, Gurken (Freiland-Sorten), Mais, Basilikum. Tomaten-Pflanztipps: Tief pflanzen (bis zum ersten Blattpaar – der Stängel bildet zusätzliche Wurzeln und die Pflanze wird standfester). Pflanzabstand: 60 bis 80 cm. Sofort Stützstab oder Spiralstab einsetzen. Mulchen mit Stroh oder Rasenschnitt (5 cm Schicht – hält Feuchtigkeit und unterdrückt Unkraut).
Zucchini und Kürbis: Pflanzabstand 1 Meter (Zucchini) bis 1,5 Meter (Kürbis) – diese Pflanzen werden RIESIG und brauchen Platz. In ein Pflanzloch mit 5 Liter Kompost setzen (Starkzehrer!). Früchte entwickeln sich ab Ende Juni – eine einzige Zucchinipflanze liefert 5 bis 15 kg Ernte pro Saison. Zwei Pflanzen reichen für eine vierköpfige Familie.
Blumenbeete: Sommerflor pflanzen
Nach den Eisheiligen: Sommerblumen in die Beete pflanzen. Geranien, Petunien, Begonien, Tagetes, Zinnen, Cosmeen, Löwenmäulchen, Verbenen – als Jungpflanzen aus der Gärtnerei oder selbst vorgezogen. Balkonkästen und Kübel bepflanzen: Drainage-Schicht aus Blähton (3 cm), hochwertige Blumenerde (keine billige – billige Erde sackt zusammen und verschlämmt), Langzeitdünger einmischen.
Dahlien: Falls noch nicht im April gesetzt, ist jetzt die letzte Gelegenheit. Die Knollen treiben im Mai schnell, und die Pflanzen blühen ab Juli bis zum ersten Frost. Abgeblühte Tulpen und Narzissen: Blütenreste entfernen, Laub stehen lassen bis es welk wird. Wer die Beete jetzt bepflanzen möchte: Zwiebellaub mit Gummibändern zusammenbinden und zur Seite legen, Sommerblumen dazwischen pflanzen.
Rasenpflege im Mai
Der Rasen wächst im Mai am schnellsten (Tag und Nacht!) – Mähfrequenz: mindestens einmal pro Woche. Schnitthöhe: 3,5 bis 4 cm (Zierrasen) oder 5 cm (Gebrauchsrasen / Spielrasen). Nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal abschneiden – das schwächt die Gräser. Bei starkem Wachstum lieber zweimal pro Woche mähen als einmal zu tief.
Mähroboter: Idealer Monat zum Programmieren und Starten (falls noch nicht geschehen). Betrieb: täglich, Schnitthöhe 3 bis 4 cm. Mähzeiten: tagsüber (NICHT nachts – nachts sind Igel unterwegs und werden von Mährobotern verletzt/getötet). Randzonen von Hand nachschneiden (Rasenkantenschere oder Rasentrimmer).
Kräuter und Naschobst
Frische Kräuter ab Mai ernten: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze – alle treiben jetzt kräftig. Basilikum nach den Eisheiligen ins Freie (oder in große Töpfe auf der Terrasse). Ernte-Regel: Nie mehr als ein Drittel der Pflanze auf einmal ernten. Blüten bei Basilikum und Schnittlauch regelmäßig ausknipsen – sonst stellen die Pflanzen das Blattwachstum ein.
Erdbeeren: Blühen im Mai und bilden die ersten Früchte. Stroh oder Holzwolle unter die Pflanzen legen (Früchte bekommen keinen Erdkontakt = weniger Fäulnis und Schneckenfraß). Ausläufer entfernen (sie kosten Kraft, die in die Früchte fließen soll) – außer Sie möchten neue Pflanzen gewinnen. Vogelschutznetz aufspannen, sobald die Früchte rot werden – Amseln und Stare lieben Erdbeeren.
Schädlinge und Pflanzenschutz
Blattläuse erleben im Mai ihren Höhepunkt: Rosen, Obstbäume, Gemüse. Nützlinge sind jetzt aktiv – Marienkäferlarven fressen pro Tag bis zu 100 Blattläuse. Unterstützung: Nützlingshotel aufstellen, Blühstreifen (Phacelia, Ringelblumen) säen. Buchsbaumzünsler: Regelmäßig kontrollieren (Gespinste in den inneren Zweigen). Bei Befall sofort handeln: Raupen absammeln, Bacillus thuringiensis spritzen (biologisch).
Mehltau-Vorbeugung: Nicht über das Laub gießen (nur Wurzelbereich!). Pflanzabstände einhalten (Luftzirkulation). Befallene Blätter sofort entfernen (NICHT auf den Kompost). Rosen: Wöchentliche Spritzung mit Schachtelhalm-Sud (Kieselsäure stärkt die Zellwände) – 20 g getrockneter Schachtelhalm auf 1 Liter Wasser, 30 Minuten kochen, abkühlen, 1:5 verdünnt sprühen.