Warum eine Außendusche im Garten?
Eine Außendusche ist purer Luxus – und erstaunlich einfach umzusetzen. Nach der Gartenarbeit kurz abduschen, nach dem Sport abkühlen, die Kinder am Sommertag erfrischen oder den Tag unter freiem Himmel beginnen: Eine Gartendusche erweitert den Lebensraum nach draußen. Architektonisch verbindet sie Haus und Garten und schafft eine Wellness-Atmosphäre, die an Urlaubsresorts erinnert.
Der praktische Nutzen geht über die reine Erfrischung hinaus: Pool- und Teichbesitzer schätzen die Vordusche, die Sonnencreme, Schweiß und Schmutz vom Körper spült, bevor man ins Wasser steigt. Und wer keinen Pool hat, für den ist die Außendusche an Hochsommertagen ein vollwertiger Ersatz – deutlich günstiger, platzsparend und ohne laufende Wasseraufbereitungskosten.
Standort und Wasseranschluss
Der ideale Standort liegt sonnig (das Wasser im Gartenschlauch wärmt sich natürlich auf), leicht erreichbar vom Haus und mit ausreichend Privatsphäre. Südwände, die Sonnenwärme speichern, bieten sich als Rückwand an. Planen Sie den Abstand zum Nachbargrundstück so, dass keine Einsicht besteht – eine Sichtschutzwand oder Bepflanzung kann helfen.
Für den Wasseranschluss gibt es drei Optionen: Erstens ein einfacher Gartenschlauch-Anschluss (an den Außenwasserhahn). Zweitens eine feste Kaltwasserleitung aus dem Haus – frostsicher verlegt in mindestens 80 cm Tiefe. Drittens eine Warm- und Kaltwasser-Installation mit Mischbatterie – die komfortabelste, aber aufwendigste Lösung, die einen Installateur erfordert.
Die einfachste Variante: Eine Solardusche. Diese freistehende Duschsäule mit integriertem Solartank (20–35 Liter) nutzt die Sonnenwärme, um das Wasser auf bis zu 60 Grad zu erhitzen. Anschluss nur per Gartenschlauch – kein Installateur nötig. Kosten: 50 bis 200 Euro. Nachteil: Begrenztes Warmwasser (für 2–3 Duschen pro Tag) und kaltes Wasser bei bedecktem Himmel.
Materialien und Duschsäulen
Fertige Außenduschen gibt es in verschiedenen Materialien:
- Edelstahl (V4A): Seewasserbeständig, langlebig, moderne Optik. Die beste Wahl für dauerhafte Installationen. Kosten: 200–800 Euro je nach Design.
- Aluminium: Leichter und günstiger als Edelstahl, aber weniger korrosionsbeständig. Mit Pulverbeschichtung in vielen Farben erhältlich. Kosten: 100–400 Euro.
- Tropenhölzer (Teak, Iroko): Warme, natürliche Optik, die hervorragend in den Garten passt. Regelmäßig ölen, sonst vergraut das Holz (was ebenfalls schön aussehen kann). Kosten: 300–1.200 Euro.
- Kupfer: Entwickelt eine lebendige Patina (Grünspan), antimikrobiell, einzigartiger Charakter. Kostenintensiv: 500–1.500 Euro.
DIY-Alternative: Eine einfache Außendusche lässt sich mit einer Wandhalterung, einem Gartenschlauch-Duschkopf und einer Holzpalette als Bodenrost für unter 50 Euro bauen.
Bodengestaltung und Abwasser
Der Duschboden muss rutschfest, schnell trocknend und optisch ansprechend sein. Bewährte Materialien: Holzrost (Lärche, Thermoesche oder WPC – Holz-Kunststoff-Verbund), Natursteinplatten mit Fugen (Drainage durch die Fugen), Kiesbett auf Drainage-Vlies oder Betonplatten mit Gefälle.
Das Abwasser: Seifen- und shampoofreies Duschwasser darf in der Regel in den Boden versickern – es handelt sich um Grauwasser. Bei Verwendung von Seife und Shampoo (biologisch abbaubar verwenden!) sollte das Wasser auf einer Kiesfilterfläche versickern oder in den Regenwasserkanal geleitet werden. Nie in Gewässer leiten! Kommunale Satzungen variieren – im Zweifelsfall beim lokalen Abwasserbetrieb nachfragen.
Sichtschutz und Gestaltung
Eine offene Dusche im Garten passt nicht zu jedem Nachbarschaftsverhältnis. Lösungen: Eine halbhohe Mauer (160 cm) aus Naturstein oder Sichtbeton, Bambusmatten oder Weidengeflecht als leichte Einfassung, lebender Sichtschutz aus Bambus (Fargesia) oder Gräsern (Chinaschilf), oder ein Sichtschutz aus Cortenstahl für einen modernen Look. Die halbtransparente Variante: Milchglas- oder Polycarbonat-Seitenwände bieten Privatsphäre bei gleichzeitigem Lichtdurchlass.
Winterfest machen
Vor dem ersten Frost: Wasser ablassen, Leitungen entleeren, Duschkopf abnehmen und frostfrei lagern. Solarduschen können oft komplett ins Winterquartier (Keller, Garage) gestellt werden. Fest installierte Edelstahl-Duschen überstehen den Winter im Freien, wenn die Leitungen vollständig entleert sind. Ein Absperrhahn im Haus ermöglicht einfaches Entleeren der Außenleitung.